Mittwoch, 16. April 2014

TO DON'T - Liste

Das kennt wohl jeder von uns: man versucht täglich ein besser Mensch zu sein, der Mensch von dem man ein solch imaginäres Bild im Kopf hat - Wer bin ich? Wer will ich sein? Und wie erreiche ich das?

Will nicht jeder von uns lächelnd durch den Tag gehen und sich und andere Menschen glücklich machen? Einfach jemand sein der selbst nichts braucht, aber immer für andere da ist? Ein selbstloser Gedanke der durch die Gedanken wandert, oder?

Will man jemand sein der immer alle vom Hocker haut, von allen geliebt wird? Gleichzeit beschäftigt und auch ruhend in sich selbst? Man will inspirieren, anderen eine Freude bereiten - und ganz nebenbei einfach noch perfekt sein.

Aber wie schaut das ganze nun in der Realität aus? Fühlt man sich nicht oft wie in einem Hamsterrad? Man verfasst Liste um Liste mit Dingen die man erreichen möchte - 5kg Gewicht verlieren, vielleicht 10kg. Dies erledigen, Aufhören das zu tun, aufräumen, umräumen, öfter zum Sport gehen und so weiter.

Eigentlich liebe ich es To-Do-Listen zu verfassen, denn es fühlt sich gut an einzelne Punkte nach erfolgreicher Erledigung zu streichen, aber meistens bringen mich meine Listen in Bedrängnis. Vor allem wenn die Ziele in weiter Ferne liege und ich weit davon weg bin sie zu erreichen, so nämlich bei Zielen die abstrakter sind als ein einfacher Einkaufszettel oder Putzplan.

Wenn ich ehrlich bin (wenn!) habe ich manchmal das Gefühl, dass genau diese Listen zwischen mir und dem "so-bin-ich-mit-mir-zufrieden"-Gefühl stehen. Vielleicht wenn ich alle meine Listen schaffe abzuarbeiten, vielleicht bin ich dann endlich wahrhaftig glücklich?

Aber nach und nach beginne ich zu realisieren - diese Listen sind eine Lüge. Man fügt immer wieder Dinge hinzu, es gib immer wieder neue Bereich die Verbesserung benötigen. Es ist ein verlorener Kampf seine Mühe in die Erledigung dieser Listen zu investieren - "It's a never-ending story".

Ist es nicht einfach GENUG? Was wäre wenn wir sagen, es ist GENUG jetzt sich dauernd selbst verbessern und weiterentwicklen zu wollen? Was wäre wenn wir damit aufhören uns auf die Gebiete zu konzentrieren die uns schwach machen sondern uns auf die Bereiche konzentrieren in denen wir stark sind? Was wäre wenn wir damit aufhören jemand sein zu wollen der wir gar nicht sind, sondern der Mensch bleiben der wird sind, und zwar in unserer besten Variante und in der Form in der wir es sein können?

Und wie schafft man das? Vielleicht mit einer Art "TO DON'T-Liste:
  • Meine Wohnung ist nicht perfekt, aber ich fühle mich wohl in meinen eigenen vier Wänden. Und es muss nicht aussehen wie aus dem Ei gepellt und auch nicht als würde ich in einem imaginären Traum wohnen. 
  • Ich werde niemals eine Sterneköchin werden - aber hauptsache es schmeckt mir und meinen Lieben. Und ich kann in der Küche kreativ sein.  
  • Man muss nicht jeden Tag perfekt aussehen. Manchmal muss man einfach auch in seiner Jogginghose alle fünfe gerade sein lassen. 
  • Ich muss nicht mit jeder Person welche meinen Weg kreuzt befreundet sein bzw. mich gut verstehen. Ich habe ein paar wenige gute Freunde welche ich von Herzen liebe und schätze, aber ich werde diese Freundschaften nicht auf's Spiel setzen indem ich versuche jede Freundschaft so innig sein zu lassen. 
  • Man muss sich nicht an anderen orientieren: jeder Mensch ist ein Individuum. Man trifft seine eigenen Entscheidungen - und sollte dies immer unabhängig von anderen Menschen tun.
  • Einfach mal aufhören weniger Gedanken zu machen - oft ist es nämlich nicht so wie man es sich vorher ausgemalt hat. Mal schlechter, mal besser - aber das gehör zum Leben. Und aus jeder Erfahrung kann man etwas lernen.
  • Meinen Blog so zu führen wie es mir Spaß macht und über das zu Schreiben was mir Freude bereitet - und das unabhängig von Leserzahlen, Kooperationen, Followern oder Statistiken.
Sicherlich hat jeder die ein oder andere To-Do-Liste - ob imaginär im Kopf oder niedergeschrieben auf Papier oder im Smartphone. Die Listen wachsen und wachsen - und man verliert Zeit um sich auf die wesentliche Aspekte zu konzentrieren. Deshalb: wirklich überlegen was muss essentiell erledigt werden (MUSS), was KANN erledigt werden und was ist UNNÖTIG und hilft mir nicht dabei EINFACH ICH ZU SEIN?!?

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