Montag, 20. Juni 2011

[Faktor Mensch] Geld, Macht und die Frauen

Al Pacino (alias Tony Montana) im Film "Scarface": "In diesem Land musst du erst Geld machen. Und erst wenn du Geld hast, dann hat du die Macht. Und wenn du die Macht hast, dann kriegst du auch die Frauen. Deswegen musst du auch dein eigenes Ding machen.
In der letzten Zeit hätten sich sowohl der wegen Vergewaltigung verdächtigte Dominique Strauss-Kahn als auch die 100 Versicherungsvertreter der Hamburg-Mannheimer (Stichwort: 2007 Sexparty in Budapest) diesern Satz unterschrieben. Und so ist aus Hollywood die Alptraumfabrik geworden, aus Fiktion die eiskalte Realität.
Doch so weit, also strafrechtlich relevant oder moralisch höchst verwerflich, braucht man gar nicht zu denken. Die Tony-Montana-Mentalität gibt es in vielen Unternehmen und Institutionen noch immer. Die Hand aufs Knie, der Griff unter die Bluse, die gierigen Blick auf bestimmte Körperteile sind nur die ärgsten Entgleisungen. Spitznamen wie "Zicke", "Eiserne Lady" oder "Mannsweib" kommen ebenso in deutschen Büroetagen vor wie solch doppeldeutige Sprüche: "Gehen wir zu dir oder zu mir (ins Büro)?" Und dann gibt es noch die peinliche Bitte, sich doch "bitte" für den Termin mit dem wichtigen Kunden etwas sexy anzuziehen. Ich gehe jede Wette ein, dass jede berufstätige Frau in ihrem Job, auf Betriebsfeiern und Geschäftsreisen schon mindestens einen Tony Montana erlebt hat.
Was ist zu tun? Diese Übergriffe, Doppeldeutig- und Peinlichkeiten dürfen nicht geduldet werden und müssen offen angesprochen werden - und zwar in jedem Unternehmen. Auch wenn es noch lange nicht um strafrechtlich relevante Vorwürfe geht.
Aber wie soll die Normalität in Büroetagen aussehen? Männer und Frauen sollten enger zusammenarbeiten - und dabei nicht völlig ausblenden, dass sie Männer und Frauen sind: nicht schamlos aber auch nicht charmelos sollte etwas zugehen. Die positive Spannung, die in gemischten Teams herrscht steigert Produktivität und Kreativität. Außerdem wollen wir ja keine "erotical correctness" wie in den USA. In der Heimat von Tony Montana fährt kein Mann mehr alleine mit einer Frau Aufzug, wenn keine Kamera installiert ist.
Nicht zu vergessen: es gibt ja auch noch die echte und wahre Liebe - auch und gerade im Beruf. Studien zufolge ist das Büro das beste Eheanbahnungsinstitut. 
Immerhin: aus guten (betriebs- und volkswirtschaftlichen) Gründen sind die reinen Männerkulturen vom Aussterben bedroht. Außerdem dürfte es sich positiv auswirken, dass immer mehr Frauen auf Führungspositionen vorrücken. (via)

Kommentare:

  1. das freut mich :) tschuldige nochmal, dass es mit der post so probleme gab.. ;>

    AntwortenLöschen
  2. Ich wusste gar nicht, dass ein Büro ein hervorragendes Eheanbahnungsinstitut ist, unglaublich! Ein interessanter, wahrer Artikel!

    Herzliche Grüße
    Denise

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar. Bitte beachtet jedoch die Regeln für ein freundliches und kommunikatives Miteinander. Vielen Dank!